Ich kann mich kaum erinnern, wann ich das letzte Mal so lange so fröhlich war wie am letzten Sonntag. Ich hatte gerade zum ersten Mal eine halbwegs nennenswerte Distanz mit dem Rad und meiner Packidee für cycgo erfolgreich bewältigt. Jetzt weiß ich, dass das Konzept wirklich (Gepäck) trägt.

Ganz klar: Der schwierige Teil sind die Golfschläger. Als ich das erste Mal über eine solche Reise nachgedacht habe, fand ich die Idee gut, die Schläger direkt und einzeln am Rahmen, parallel zum Oberrohr zu fixieren. Aber beim Rumspielen mit dieser Variante war rasch klar, dass die Schläger sowohl mit den Beinen als auch mit den Taschen am Gepäckträger kollidieren würden. So würde es nicht gehen. Der zweite Gedanke - und das ist auch der, der derzeit noch aktuell ist - war es, einen dieser Packsäcke zu nehmen, die man oben zwei-, dreimal zusammenrollt und die dadurch nahezu wasserdicht sind. Ich wusste, dass es diese Taschen in durchaus beachtlicher Größe gibt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Taschen dafür gedacht sind, bei Outdoor-Abenteuern dabei zu sein. Eine grobe Schätzung jedenfalls hat dazu geführt, dass ich die 80l Variante erwarb.

Als sie ankam, dachte ich noch, dass meine Schätzung recht exakt war: Die Tasche ist riesig und ohne weitere Messung war ich zuversichtlich, dass es hinkommen könnte. Allerdings war ich mir angesichts der Größe der Tasche nicht sicher, ob sie denn am Ende überhaupt stabil auf dem Gepäckträger zu befestigen wäre. Diese Sorge war aber schnell Makulatur, denn es stellte sich heraus, dass meine Mini-Golftasche mit kleinem Besteck (andere Geschichte, kommt bald) nicht mal ansatzweise im Packsack zu verstauen war. Das hat mich dann tatsächlich ein wenig entmutigt: Würde meine Idee überhaupt funktionieren? Oder würde ich einen Anhänger benötigen? Das war etwas, was ich unbedingt vermeiden wollte.

Im Portfolio des Herstellers meiner Wahl gab es allerdings eine noch größere Variante der Tasche: 110l passen dort hinein! Ich war nicht wirklich begeistert von dieser Monstrosität, aber gleichwohl bestellte ich sie. Diese Tasche würde groß genug sein, um mich selbst durch Schottland zu tragen...

Tatsächlich wäre das eine andere Möglichkeit der Nutzung, denn die Tasche ist wirklich sehr, sehr groß. Aber nach ein paar kleineren Anpassungen wird sie dennoch den Zweck erfüllen. Sie ist nämlich lang genug, als dass ich die Golftasche samt Eisen, Wedges und Putter in ihr unterbringen kann und sie trotzdem noch derart verschließen kann, dass sie noch ziemlich wasserdicht sein müsste. Um das Gewicht möglichst über den Radnaben zu halten, werde ich die Schlägerköpfe in Sattelnähe haben. Dann ist es noch entscheidend, die große Tasche oberhalb der Hälfte der Länge eng zusammenzubinden. Dadurch kann ich dann im oberen Teil den Rest des Gepäcks dort verstauen (Zelt, Schlafsack und Isomatte), ohne, dass sich das Zeug zu stark bewegt und vor allem nahezu kein Gewicht über das Rad hinausragt. Die Form dieses Bündels erinnert ein wenig an eine Mumie; die ölig-schwarze Farbe sollte allerdings die meisten Grabräuber fernhalten.

Die Hölzer, die ich mitzunehmen gedenke, werden übrigens etwas anders gelagert: Ich verwende Hölzer deren Köpfe ich per Schraube befestigen kann. Also werde ich einfach die Köpfe abnehmen und irgendwo anders im Gepäck verstauen, während ich die leichten Schäfte einfach am Gepäckpacken festzurre.

Apropos: Das Festzurren auf dem Gepäckträger war nun die letzte Herausforderung. Dafür habe ich auch zwei Anläufe benötigt, allerdings vor allem deswegen, weil ich beim ersten Versuch nicht die richtigen Spanngurte hatte. Nachdem ich die richtige Größe verwendete, hat es nur noch ein paar Minuten gedauert, bis ich eine Variante gefunden habe, mit der alles ziemlich kompakt und stabil befestigt war. Übrigens habe ich die Gurte von meiner wunderbaren Freundin bekommen, die schlicht und ergreifend die Meisterin der Spanngurte ist. Ich muss hinzufügen, dass das in keine Weise sexuell gemeint ist, sondern einfach darauf zurückzuführen ist, dass sie regelmäßig ihre großartigen Skulpturen zu Transportzwecken irgendwo festzurren muss :-)

Nun, letztlich habe ich es also geschafft. Hier ist das Ergebnis... Trommelwirbel...

Ich bin mit dieser Austattung zu meiner Heimatwiese gefahren, habe dort 10 Löcher gespielt, sogar mit einem annehmbaren Score, und nach etwas mehr als 30 km kann ich sagen: Dieses Konzept kann und wird die Reise aushalten. Ich bin aufgeregte denn je. Nächste Woche werde den nächsten Test machen und diesmal eine Übernachtung einplanen.

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